Typisch niederländisch: friet oder patat statt Pommes

Wenn ich in den Niederlanden zu einer Frituur gehe, habe ich jedes Mal das gleiche Vorhaben: Ich möchte mir einfach nur eine Portion Pommes holen, nichts Besonderes, nichts Aufwendiges. Spätestens in dem Moment, in dem ich vor der Karte stehe, wird mir allerdings klar, dass daraus wieder nichts wird.

Schon die Bezeichnung sorgt für einen kleinen Perspektivwechsel, denn hier bestellt man keine Pommes, sondern friet oder patatjes, je nachdem, in welcher Region man unterwegs ist. Irgendwann habe ich aufgehört, mir darüber Gedanken zu machen, und mich stattdessen darauf eingelassen, dass allein dieser kleine Unterschied schon zeigt, dass man sich kulinarisch eben doch nicht mehr ganz in Deutschland befindet.

Niederländische Snacks aus der Frituur: Frikandel, Kroket & Co.

Was mich jedes Mal aufs Neue überfordert, ist die Auswahl an Snacks, die weit über eine einfache Portion friet hinausgeht. Eine vegetarische Frikandel gehört für mich inzwischen fast selbstverständlich dazu, einfach weil sie so etwas wie der Klassiker schlechthin ist. Gleichzeitig kann ich an einer Kaassoufflé selten vorbeigehen, da geschmolzener Käse in knuspriger Hülle für mich eine ziemlich überzeugende Kombination ist.

Richtig spannend wird es jedoch bei den Snacks, die ich anfangs überhaupt nicht einordnen konnte. Eine Bami-Schijf oder eine Nasi-Schijf klingen zunächst eher nach asiatischem Essen als nach einem Snack aus der Frituur, und genau das macht ihren Reiz aus. Dass hier Nudeln oder Reis paniert und frittiert werden, hat mich am Anfang ehrlich gesagt irritiert, inzwischen esse ich diese gut gewürzten Snacks in der vegetarischen Variante am liebsten. Hin und wieder entscheiden sich Freunde für einen Kipkorn oder wagen sich an eine Vlampijp, wobei Letztere allein schon durch ihren Namen eine gewisse Neugier weckt.

Beliebte Pommes-Varianten: patatje oorlog, friet speciaal & mehr

Was das Ganze jedoch wirklich besonders macht, sind die Soßen, die in den Niederlanden eine deutlich größere Rolle spielen als ich es gewohnt war. Während man in Deutschland oft zwischen Ketchup und Mayo wählt, eröffnet sich hier eine kleine eigene Welt an Kombinationen, die man sich erst einmal erschließen muss.

Ein patatje oorlog ist dabei vermutlich das beste Beispiel, denn die Mischung aus Satésauce, Mayonnaise und Zwiebeln klingt zunächst ungewöhnlich, fügt sich geschmacklich aber überraschend gut zusammen. Ähnlich verhält es sich mit einem friet speciaal, bei dem Mayo, Curryketchup und Zwiebeln kombiniert werden.

Typische Soßen in den Niederlanden: von Joppiesaus bis Samurai-Mayo

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Soßen, die ich nach und nach für mich entdeckt habe, darunter scharfe Varianten wie Samurai-Mayo, etwas ausgefallenere Optionen wie Trüffelmayonnaise oder auch die für mich schwer zu beschreibende Joppiesaus, die eine leicht süßliche, würzige Note mitbringt und für mich inzwischen fest dazugehört.

Warum ein Besuch in der Frituur einfach dazugehört

Was ich an dieser ganzen Frituur-Kultur besonders mag, ist die Unkompliziertheit, die sie mit sich bringt. Es geht nicht darum, besonders stilvoll zu essen oder sich lange Zeit zu nehmen, sondern vielmehr darum, sich etwas Leckeres zu holen und den Moment zu genießen, ganz egal, ob man draußen sitzt, im Auto bleibt oder einfach nur kurz stehen bleibt.

Gerade diese Mischung aus Einfachheit, Vielfalt und ein wenig Chaos macht für mich den Reiz aus und sorgt dafür, dass ein Besuch in der Frituur jedes Mal wieder ein kleines Erlebnis ist. Dank vieler vegetarischer Optionen, kann ich auch ein kroket broodje ausprobieren oder mir eine vegetarische knakworst mit appelmoes schmecken lassen.


Vielleicht kennst du das auch: Eigentlich wollte man nur schnell etwas essen – und plötzlich steckt man mitten in dieser niederländischen Snackwelt und probiert sich einmal quer durch die Karte.

Wenn du Gefallen daran gefunden hast, lohnt es sich definitiv, noch ein bisschen weiter zu probieren. Neben den klassischen Frituur-Snacks gehören auch Bitterballen einfach dazu, vor allem, wenn man irgendwo gemütlich zusammensitzt und sich etwas zum Teilen bestellt. Wenn danach noch Platz ist, darf es ruhig etwas Süßes sein. Poffertjes sind dafür eigentlich immer eine gute Idee.

Suchst du nach gesünderen, traditionellen Gerichten aus den Niederlanden, findest du in meinen Berichten über Stamppot und Hutspot nicht nur Rezepte und Variationen, sondern auch Gründe, warum diese Mahlzeiten zu den Niederlanden gehören, wie Fahrräder, Windmüheln und Kühe.

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