Jedes. einzelne. Mal. Wenn wir mit Woody spazieren gehen, werden wir mindestens einmal gefragt:
„Was ist das denn für eine Rasse?“ Lange hatten wir selbst keine Antwort. Klar war, dass er ein Mischling aus Griechenland ist, aber welche Rasse genau? Also haben wir einen DNA Test für Hunde gemacht, inklusive Gesundheits-Panel. Hier teile ich unsere ehrlichen Erfahrungen, die Kosten und natürlich Woodys überraschende Ergebnisse.

Warum wir einen DNA Test für unseren Hund gemacht haben
Woody ist ein absoluter Charakterhund. Jagdtrieb? Ja. Schäferhund-Blick? Auch. Stur wie ein Herdenschutzhund? Definitiv. Ein DNA Test beim Hund zur Rassebestimmung klang für uns spannend. Wir haben Woody mit 4 Monaten adoptiert und nach der Frage: „Was ist das eigentlich für eine Rasse?“, folgte genauso schnell ein: „Der wird aber groß! Schau mal auf die riesigen Pfoten!“. Daher wollten wir nicht nur aus Neugier wissen, was in Woody steckt, sondern auch wegen möglicher genetischer Risiken eien DNA-Bewertung haben. Gerade bei Mischlingen weiß man oft nicht:
- Welche Rassen stecken drin?
- Gibt es rassetypische Erkrankungen?
- Woher kommen bestimmte Verhaltensweisen?
Welchen DNA Test wir gewählt haben
Wir haben uns für den Embark DNA Test entschieden, der eine Analyse von über 200.000 genetischen Markern durchführt, zahlreiche Hunderassen identifiziert, auf über 200 gesundheitliche Bedingungen untersucht und mit spezialisierten Partnern, z. B. dem Expertise Centre for Veterinary Genetics der Universität Utrecht zusammenarbeitet. Die Probenahme erfolgt ganz einfach per Wangenabstrich. Achtet darauf, dass euer Hund vor dem Test mindestens 30 Minuten nichts gegessen hat, sonst kommt beim Ergebnis vielleicht heruas, dass er ein Hühnchen, eine Ente oder ein Rind ist 😀 Mit dem Test wird eine ausführliche Anleitung geschicht, wie ihr vorgeht, wie lange ihr den Abstrich an der Wange macht und die Seite bietet auch hilfreiche Videos dazu. Die Probe wird in die USA geschickt und ihr müsst dafür zusätzliches Porto bezahlen. Die Ergebnisse erhält man online über dein Login oder die App, bei uns auf Englisch.
Was kostet ein DNA-Test für Hunde?
Die Kosten für einen DNA-Test für Hunde hängen vor allem vom Anbieter und dem Umfang der Analyse ab. Ein einfacher DNA-Test zur Rassebestimmung kostet in der Regel zwischen 70 und 120 Euro. Werden zusätzlich genetische Erkrankungen oder gesundheitliche Merkmale untersucht, können die Preise auch bei 150 Euro oder mehr liegen.
Wir haben uns bewusst für einen Test entschieden, der sich auf die Rasseanalyse konzentriert. Für uns stand im Vordergrund, mehr über die Herkunft unseres Hundes zu erfahren, insbesondere, welche Rassen tatsächlich in ihm stecken.
Wer seinen Hund beim Tierarzt testen lassen möchte, sollte wissen, dass viele Tierarztpraxen den Abstrich zwar durchführen können, der eigentliche Test aber meist von einem externen Labor ausgewertet wird. Dadurch entstehen häufig zusätzliche Kosten. Die meisten DNA-Tests lassen sich jedoch problemlos zu Hause durchführen. Der benötigte Wangenschleimhaut-Abstrich ist innerhalb weniger Minuten erledigt und wird anschließend per Post an das Labor geschickt.
Unser Fazit: Wer ausschließlich die Rasse seines Hundes bestimmen möchte, benötigt in der Regel keinen Termin beim Tierarzt. Ein Test für zu Hause ist meist günstiger und genauso einfach. Wir haben 129 € für das Rasse- und Gesundheits-Paket des DNA Tests gezahlt und Zusatzgebühren für das Porto ist die USA. Dank der Anleitung wussten wir genau welche Formulare wir außen an das Paket anbringen müssen, damit wir keien Zollgebühren zahlen müssen.
Der Ablauf – Schritt für Schritt
- Test online bestellt
- Testkit kam per Post
- Wangenabstrich bei Woody (super unkompliziert)
- Probe zurückgeschickt
- Warten
- Ergebnisse online einsehen
Die Probenentnahme war deutlich einfacher als erwartet und dauerte keine zwei Minuten. Besonders positiv fanden wir die verständliche Aufbereitung der Ergebnisse. Etwas Geduld brauchten wir allerdings bei der Auswertung, die knapp drei Wochen dauerte.
DNA-Test beim Mischling – funktioniert die Rassebestimmung wirklich?
Gerade bei Mischlingen ist die Neugier oft besonders groß. Viele Hundebesitzer möchten endlich wissen, welche Rassen tatsächlich im eigenen Vierbeiner stecken. Genau dafür sind Hunde-DNA-Tests entwickelt worden.
Allerdings sollte man die Ergebnisse richtig einordnen. Die Genauigkeit hängt unter anderem davon ab, wie umfangreich die Referenzdatenbank des jeweiligen Anbieters ist. Sind bestimmte Hunderassen dort nur selten vertreten oder liegen die Vorfahren bereits viele Generationen zurück, können die Ergebnisse ungenauer werden.
Bei unserem Hund waren wir gespannt, ob sich unsere Vermutungen bestätigen würden. Einige Rassen hatten wir bereits aufgrund des Aussehens und Verhaltens im Verdacht, andere Ergebnisse haben uns dagegen überrascht. Gerade diese Mischung aus bestätigten Annahmen und unerwarteten Erkenntnissen machte den Test für uns besonders interessant.
Ein DNA-Test kann zwar nicht jeden einzelnen Vorfahren rekonstruieren, liefert aber häufig einen deutlich besseren Einblick als reine Vermutungen anhand des Aussehens.
Das DNA-Ergebnis
Nach zwei Wochen des Wartens bekamen wir eine E-Mail mit dem DNA-Ergebnis und jetzt kommt der spannende Teil.
Woody ist:
- 62,7 % Greek Village Dog
- 13,7 % English Setter
- 12,9 % Deutscher Schäferhund
- 10,7 % Caucasian Ovcharka
62,7 % Greek Village Dog
Also im Prinzip ein Straßenhund-Mischling aus Griechenland. Das erklärt seine Robustheit und seinen eigenständigen Charakter.
13,7 % English Setter
Da haben wir sofort gesagt: DAS ist der Jagdtrieb! Vogeljagen ist definitiv sein Ding.
12,9 % Deutscher Schäferhund
Die Fellfarbe passt perfekt dazu und sein wachsamer Blick, der Beschützerinstinkt und sei es nur vor der Nachbarskatze, die über den Magnolienbaum zu uns in den Garten klettert.
10,7 % Caucasian Ovcharka
Einer der größten Hunde der Welt. Woody trägt also Herdenschutzhund-Gene in sich. Das erklärt einiges in Sachen Eigenständigkeit.

Wie zuverlässig ist die Rassebestimmung per DNA-Test?
Viele fragen sich, wie genau ein DNA-Test für Hunde überhaupt sein kann. Die Antwort lautet: erstaunlich zuverlässig, allerdings mit gewissen Einschränkungen. Die Analyse vergleicht die DNA-Probe des Hundes mit einer großen Datenbank verschiedener Hunderassen. Je umfangreicher diese Datenbank ist, desto präziser fällt meist auch das Ergebnis aus.
Besonders zuverlässig sind Aussagen zu Eltern oder Großeltern. Je weiter einzelne Rassen in der Ahnenreihe zurückliegen, desto schwieriger wird ihre eindeutige Zuordnung. Deshalb unterscheiden sich die Ergebnisse verschiedener Anbieter teilweise leicht voneinander.
Unser Eindruck nach dem Test: Die wichtigsten Rassen konnten nachvollziehbar erklärt werden. Auch das Verhalten unseres Hundes ließ sich im Nachhinein teilweise besser verstehen, nachdem wir seine genetische Zusammensetzung kannten. Ein DNA-Test ersetzt zwar keine vollständige Ahnenforschung, bietet aber eine deutlich fundiertere Einschätzung als reine Vermutungen oder Vergleiche anhand des Aussehens.
DNA Test Hund Erbkrankheiten – Das Gesundheits-Panel
Wir haben das Gesundheits-Screening mitgebucht. Wichtig vorweg: Ein genetischer Hinweis aufgrund des DNA Tests ist keine Diagnose, aber wir wollten wissen, ob in Woodys DNA typische Marker stecken, die später zu Komplikationen beim Hund führen könnten.
Erhöhtes Risiko:
- Intervertebral Disc Disease (Type I) – FGF4 retrogene (CFA12), genetische Mutation, die für Chondrodystrophie (kurze Beine) und ein stark erhöhtes Risiko für den Bandscheibenvorfall Hansen-Typ I bei Hunden verantwortlich ist. Sie führt zu frühzeitiger Verkalkung der Bandscheiben, häufig bei Rassen wie Dackel, Beagle und Französische Bulldogge.
Als „Erwähnenswert“ gekennzeichnet:
- Copper Toxicosis (ATP7B), eine vererbte Stoffwechselstörung, bei der sich Kupfer aufgrund eines Defekts im ATP7B-Gen in der Leber anreichert, was zu chronischer Hepatitis, Leberzirrhose und tödlichem Leberversagen führen kann. Betroffen sind vor allem Hunderassen wie Labrador Retriever, Dobermann und Bedlington Terrier.
- Degenerative Myelopathy (DM, SOD1A), eine unheilbare, langsam fortschreitende, schmerzlose neurodegenerative Erkrankung des Rückenmarks bei älteren Hunden (meist >8 Jahre). Sie führt durch Zerstörung der Nervenbahnen zu Lähmungen, beginnend mit Koordinationsstörungen (Ataxie) in der Hinterhand, und endet oft in Querschnittslähmung.
Das bedeutet nur, dass Woody genetische Marker hat, die mit bestimmten Erkrankungen assoziiert sind.
Das heißt NICHT, dass er diese Krankheiten bekommt. Für uns war das eher eine Information für zukünftige Tierarztgespräche.

Lohnt sich ein DNA Test für Hunde?
Ja, und das ist meine erhliche Bewertung. Ich arbeite nicht mit Embar oder einem anderen Anbieter zusammen, aber würde mich immer wieder für einen DNA Test entscheiden.
👍 Vorteile
- Endlich eine Antwort auf die „Was ist das für eine Rasse?“-Frage
- Spannend für Trainingsansatz und Verhaltensverständnis
- Gesundheitsinfos als Zusatzwissen
- Sehr übersichtliches Online-Dashboard
👎 Nachteile
- Ergebnisse nur auf Englisch
- Kein Ersatz für tierärztliche Diagnostik
Für wen ist ein DNA Test sinnvoll?
- Wenn du einen Mischling hast
- Wenn du neugierig auf die Rassebestimmung bist
- Wenn du genetische Risiken besser verstehen möchtest
- Wenn du dich oft erklären musst, was für ein Hund das ist 😄
Würden wir es wieder machen?
Ja, denn wir haben dadurch einige Überraschungen über die Herkunft unseres Hundes erfahren und konnten sein Verhalten in manchen Situationen besser einordnen. Wer einen Mischling aus dem Tierschutz oder unbekannter Herkunft hat, bekommt mit einem DNA-Test spannende Einblicke, sollte die Ergebnisse aber als Wahrscheinlichkeiten und nicht als absolute Wahrheit verstehen. Und ehrlich: „62,7 % Greek Village Dog mit Ovcharka-Anteil“ klingt einfach großartig.
Häufige Fragen zum Hunde-DNA-Test
Für den Test wird mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe aus der Wangenschleimhaut entnommen. Diese Probe wird anschließend an das Labor geschickt und dort genetisch analysiert.
Nein. Die meisten Anbieter liefern ein Testkit für zu Hause. Der Abstrich ist unkompliziert und dauert nur wenige Minuten.
Je nach Anbieter liegt das Ergebnis meist nach zwei bis sechs Wochen vor.
Ja. Ob Mischling oder Rassehund – grundsätzlich kann jeder Hund einen DNA-Test machen. Besonders beliebt sind solche Tests bei Mischlingen, deren genaue Herkunft unbekannt ist.
Wenn du mehr über die Herkunft deines Hundes erfahren möchtest, ist ein DNA-Test eine spannende Möglichkeit. Wer hingegen lediglich eine Vermutung bestätigt haben möchte, sollte bedenken, dass das Ergebnis durchaus überraschen kann.
