Als ich angefangen habe, Niederländisch zu lernen, dachte ich wirklich, ich hätte einen Vorteil. So viele Wörter sehen aus wie im Deutschen, vieles klingt vertraut, und irgendwie hatte ich das Gefühl, das wird schon. Dann standen plötzlich zwei Niederländer neben mir im Supermarkt und haben sich unterhalten.

Ich habe kein einziges Wort verstanden.

Nicht, weil ich die Wörter nicht kannte, sondern weil sie komplett anders klangen, als ich sie mir im Kopf vorgestellt hatte. Genau da habe ich gemerkt: Niederländisch lesen und Niederländisch verstehen sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Niederländisch oder holländisch – gibt es Unterschiede in der Aussprache?

Auch hier stolpert man schnell wieder über das gleiche Thema wie bei den Vokabeln. Eigentlich spricht man Niederländisch und nicht Holländisch, aber in der Suche und im Alltag wird beides ständig gemischt. Für dich bedeutet das ganz entspannt: Egal, ob du nach „holländisch Aussprache“ oder „niederländisch Aussprache“ suchst, es geht immer um die gleiche Sprache und damit auch um die gleiche Aussprache.

Warum sich Niederländisch ganz anders anhört als Deutsch

Das Spannende ist, dass viele Wörter im Niederländischen vertraut aussehen, aber ganz anders ausgesprochen werden. Ich habe am Anfang oft einfach deutsche Wörter genommen und sie „niederländisch ausgesprochen“, was manchmal funktioniert hat und manchmal komplett daneben lag. Vor allem die Laute sind anders. Selten Weicher, oft kehliger, manchmal irgendwie runder. Genau das macht es am Anfang so schwierig, aber auch irgendwie charmant.

Typische Laute im Niederländischen einfach erklärt (eu, oe, ij, ui)

Es gibt ein paar Laute, die dir immer wieder begegnen und die am Anfang ungewohnt sind. Wenn man sie einmal verstanden hat, wird vieles direkt einfacher.

Das „eu“ zum Beispiel wird wie ein deutsches „ö“ gesprochen.
Ein Wort wie „leuk“ klingt also eher wie „lök“ und bedeutet „toll“. „Keulen“ wird wie „Kölen“ gesprochen und meint die Stadt Köln.

Das „oe“ bei der Niederländisch Aussprache ist dagegen ganz einfach, denn es wird wie ein deutsches „u“ gesprochen.

„Doen“ klingt wie „dun“ und bedeutet „tun“.

Dann gibt es noch das bekannte „ij“ oder „ei“, das wie „ei“ im Deutschen klingt.
„Blij“ hört sich also an wie „blei“ und beddeutet „froh“.

Das „ui“ ist wahrscheinlich der Laut, der mich am Anfang am meisten aus der Bahn geworfen hat, wenn es um die Niederländisch Aussprache geht. Im Deutschen gibt es dafür einfach kein richtiges Gegenstück, und egal wie man es versucht, es klingt zuerst immer ein bisschen falsch. Am ehesten liegt es irgendwo zwischen „äu“ und „ö“, nur irgendwie… tiefer im Hals und ein bisschen „runder“. Wörter wie „huis“ oder „muis“ sehen total harmlos aus, aber gesprochen merkt man schnell, dass da mehr dahintersteckt. Ich habe mir am Anfang damit geholfen, das Wort ganz langsam zu sprechen und den Laut bewusst zu übertreiben. Es klingt erst komisch, aber genau dadurch kommt man dem Ganzen näher. Mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür, und plötzlich klingt es nicht mehr ganz so schief wie am Anfang.

Das niederländische „g“ – warum es so kehlig klingt

Dann ist da noch dieses berühmte niederländische „g“.
Am Anfang fand ich das wirklich schwierig, weil es viel kehliger ist als im Deutschen. Es geht eher in Richtung „ch“, wie in „Bach“, nur oft noch ein bisschen kräftiger. Je nachdem, wo man ist, kann es auch weicher klingen, vor allem im Süden. Die einzige Ausnahme ist, wenn das „g“ auf ein „n“ folgt. Dann wird es wie das deutsche „g“ ausgesprochen, beispielsweise beim Wort „ding“, das genauso wie im Deutschen gesprochen wird.

Alltagswörter und ihre Aussprache auf Niederländisch

Was mir am meisten geholfen hat, waren ganz einfache Wörter aus dem Alltag. Die hört man ständig, und irgendwann fängt man an, sie automatisch richtig auszusprechen. „Goedemorgen“ klingt nicht so hart, wie man denkt, sondern eher weich und fließend. Oftmal erlebt man bei diesen Wörtern dann auch eine Art slang und es wird wie „choejemorchen“ ausgesprochen. „Dank je wel“ spricht sich viel schneller, als es aussieht. „Doei“ (gesprochen wie du-i) ist sowieso eines der entspanntesten Wörter überhaupt und wird freundlich zum Abschied gesagt. Am Anfang habe ich oft gedacht, ich spreche die Wörter richtig, bis ich die Niederländisch Aussprache dann von Muttersprachlern gehört habe. Dieser Unterschied zwischen dem, was man liest, und dem, was man hört, ist wirklich der größte Aha-Moment. Natürlich ist Spache lebhaft und wie im Deutschen auch werden Wörter nicht 100 % richtig ausgeprochen. Was mir vor allem auffällt ist, dass die Niederländer das „n“ am Ende von Wörtern gerne schlucken. Aus „dat is even wennen“ wird „da’s even wenne“, was bedeutet, dass man sich an etwas gewöhnen muss.

Mein Freund kommt aus einer Region, wo gern mal ein „e“ dazugesprochen wird. Aus „melk“ (Milch) wird dan melek, aus „valk“ (Falke) wird „valek“.

Mein größtes Problem mit der Aussprache

Ich habe mir viele Wörter am Anfang einfach „zusammengereimt“. Ich wusste, wie sie geschrieben werden, und habe sie dann so ausgesprochen, wie es sich für mich logisch angefühlt hat. Das Problem war nur, dass es sich für Niederländer oft überhaupt nicht logisch angehört hat. Dazu kommt, das vieles sehr dem Deutschen ähnelt. Wenn ich also ein Wort nicht kannte, habe ich das deutsche Wort einfach niederländisch gesprochen. Das ergb aber nicht immer Sinn und führte zu ratlosen Gesichtern. Dazu kommt, dass viele Niederländer sofort merken, dass man kein Muttersprachler ist, und dann direkt ins Englische oder Deutsche wechseln. Das ist super nett, aber nicht unbedingt hilfreich, wenn man eigentlich üben möchte. Ich musste mir die Aussprache also oft bewusst anhören und nachsprechen, auch wenn es sich am Anfang komisch angefühlt hat.

Wie du die niederländische Aussprache am besten lernst

Wenn ich heute einen Tipp geben müsste, dann diesen: Versuch nicht, Niederländisch nur über das Lesen zu lernen. Klar hilft es dabei, neue Wörter und die Rechtschreibung zu lernen. Hör dir die Sprache an. Im Alltag, im Café, beim Einkaufen oder auch über Serien und Radio. Die Aussprache kommt nicht durch Regeln, sondern durch Gewöhnung. Irgendwann passiert dieser Moment ganz von allein:
Du verstehst plötzlich Gespräche, ohne aktiv darüber nachzudenken. Später wirst Du sogar Dialekte erkennen und kannst raushören, wo jemand herkommt. Versprochen!

Mit Übung klingt Niederländisch plötzlich ganz leicht

Niederländisch ist am Anfang eine Mischung aus „verstehe ich“ und „verstehe ich gar nicht“. Die Aussprache wirkt ungewohnt, manchmal sogar ein bisschen lustig, aber genau das macht sie auch so besonders. Mit der Zeit wird es leichter. Wörter, die sich am Anfang fremd angefühlt haben, gehen plötzlich ganz selbstverständlich über die Lippen. Diese kleinen Fortschritte machen am meisten Spaß. Starte mit kleinen Gesprächen an der Supermarktkasse, mit den Nachbarn, im Restaurant. Irgendwann bestellst du wie selbstverständlich das Essen für die komplette Gruppe, führst Telefonate und glaub mir: Du wirst Anerkennung und Lob dafür bekommen! Die Niederländer sind es nicht gewohnt, dass jemand Zeit und Mühe investiert, um ihre Sprache zu lernen! Sie wissen, dass sie ein kleines Land sind und Niederländisch keine Weltsprache ist. Gerade in den Großstädten wirst du erleben, dass Personal im Restaurant, Hotel und Shops kein Niederländisch spricht.

Niederländisch für den Alltag

Wenn Du ein wenig Niederländisch für den Alltag lernen willst, wissen willst, was „Hallo“ und „Tschüss“ bedeutet und warum eigentlich alles „lekker! ist, dann ließ meinen Beitrag dazu.

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