Wenn ich in den Niederlanden dem Mitarbeiter vom Lieferdienst Trinkgeld gebe, schaut er mich manchmal erst einmal ziemlich verwundert an. Nicht unfreundlich, eher überrascht. Von Deutschland bin ich gewohnt, demjenigen, der mir meine Pizza bis vor die Haustür bringt, ein paar Euro extra zu geben. Ähnlich geht es mir im Restaurant. Ich habe oft das Gefühl, dass Trinkgeld hier nicht in der gleichen Selbstverständlichkeit erwartet wird wie in Deutschland. Wenn ich welches gebe, freuen sich die Mitarbeiter aber meistens richtig darüber.

Also: Gibt man in Holland Trinkgeld? Ja. Aber man muss nicht.

Trinkgeld in Holland geben

Ist Trinkgeld in Holland üblich?

Trinkgeld gehört in den Niederlanden durchaus zum Alltag, vor allem in Restaurants, Cafés und bei anderen Dienstleistungen. Es ist aber keine Pflicht und auch nicht so fest mit dem Bezahlen verbunden, dass man das Gefühl haben müsste, ohne Trinkgeld etwas falsch zu machen.

Genau das finde ich als Deutsche manchmal etwas ungewohnt. In Deutschland habe ich beim Bezahlen im Restaurant oft schon automatisch im Kopf, dass noch ein bestimmter Betrag dazukommt. In den Niederlanden ist das für mich weniger eindeutig.

Auch die Niederländer selbst sind beim Trinkgeld ziemlich unterschiedlich. Eine Befragung unter mehr als 1.000 niederländischen Restaurantbesuchern aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 16 Prozent überhaupt kein Trinkgeld geben. 37 Prozent geben zwischen fünf und zehn Prozent, 33 Prozent zwischen einem und fünf Prozent. Gleichzeitig sagen 44 Prozent, dass sie unabhängig von der Situation immer Trinkgeld geben.

Das passt eigentlich ganz gut zu meinem Eindruck: Es gibt nicht die eine niederländische Trinkgeldregel, an die sich alle halten.

Wie viel Trinkgeld gibt man in Holland?

Wenn der Service gut war, sind fünf bis zehn Prozent eine gute Orientierung. Man muss allerdings nicht anfangen, am Tisch den Taschenrechner herauszuholen.

Eine andere Möglichkeit ist in den Niederlanden sehr verbreitet: Man rundet einfach auf. Bei einer Rechnung von 47 Euro können daraus 50 Euro werden. Genau dieses Aufrunden ist laut einer Befragung von 2024 sogar die häufigste Variante. 44 Prozent der Befragten gaben an, den Rechnungsbetrag auf eine runde Summe aufzurunden. 34 Prozent gaben fünf bis zehn Prozent zusätzlich.

Wenn der Service besonders gut war, kann es natürlich auch etwas mehr sein. Eine feste Grenze gibt es nicht. Trinkgeld soll hier eher zeigen, dass man zufrieden war, als dass man eine vorgeschriebene Servicegebühr bezahlt.

Wenn der Service schlecht war, muss man auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn man nichts extra gibt.

Gibt man in Holland Trinkgeld im Restaurant?

Ja, das kann man auf jeden Fall machen. Im Restaurant würde ich mich an den Service halten und entweder aufrunden oder ungefähr fünf bis zehn Prozent geben. Bei einer Rechnung von 38 Euro könnte man beispielsweise 40 Euro zahlen. Bei 82 Euro wären 85 oder 90 Euro möglich. Es muss nicht exakt ein bestimmter Prozentsatz sein.

Ich finde gerade das angenehm. Man kann einfach schauen, wie der Abend war. War die Bedienung aufmerksam, freundlich und hat sich gut um alles gekümmert, gebe ich gerne etwas dazu. War der Service eher mäßig, kann ich die Rechnung auch einfach so bezahlen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.

Dass Trinkgeld in den Niederlanden nicht völlig selbstverständlich ist, zeigt auch eine Befragung aus dem Jahr 2024: Nur 40 Prozent der Befragten gaben an, nach einem Restaurantbesuch immer Trinkgeld zu geben. 14 Prozent gaben grundsätzlich keines. Für viele hängt die Entscheidung davon ab, wie freundlich die Bedienung war und wie der Service insgesamt war.

Trinkgeld in Holland bei Kartenzahlung

Beim Bezahlen mit Karte kann es etwas ungewohnt werden. In immer mehr Restaurants und Cafés fragt das Kartenterminal direkt nach einem Trinkgeld. Dann erscheinen zum Beispiel verschiedene Prozentangaben oder man kann einen eigenen Betrag eingeben. Das bedeutet aber nicht, dass man jetzt plötzlich Trinkgeld geben muss. Die Möglichkeit wird einfach direkt in den Bezahlvorgang eingebaut.

Ich würde mich davon nicht unter Druck setzen lassen. Wenn ich Trinkgeld geben möchte, wähle ich einen Betrag aus. Wenn nicht, bezahle ich einfach die Rechnung.

Gerade die vorgeschlagenen Prozentsätze können sonst schnell den Eindruck erwecken, man müsse sich für eine der Möglichkeiten entscheiden. Das sehen übrigens auch viele Niederländer kritisch. Bei einer aktuellen Untersuchung unter Restaurantbesuchern gaben einige an, dass sie sich durch die Trinkgeldvorschläge auf den Kartenterminals unter Druck gesetzt fühlen.

Gibt man dem Lieferdienst in Holland Trinkgeld?

Hier bin ich wahrscheinlich etwas großzügiger als viele Niederländer. Wenn der Pizzabote bei schlechtem Wetter mit dem Fahrrad vor meiner Tür steht, gebe ich gerne ein paar Euro. Auch sonst kommt es bei mir vor, dass ich dem Lieferdienst Trinkgeld gebe. Und genau da erlebe ich immer wieder diesen kurzen überraschten Blick.

Das heißt natürlich nicht, dass man in den Niederlanden einem Lieferdienst kein Trinkgeld gibt. Auch bei der Essenslieferung gibt es die Möglichkeit, Trinkgeld zu geben, teilweise schon direkt über die App. Wie viel man gibt und ob man überhaupt etwas gibt, ist aber sehr unterschiedlich.

In niederländischen Diskussionen über Trinkgeld bei Lieferdiensten reicht die Spanne von „nie“ bis zu ein paar Euro pro Bestellung. Häufig wird dabei das Wetter als Grund genannt, einem Lieferanten etwas extra zu geben.

Ich finde es deshalb gar nicht schlecht, wenn man das Trinkgeld einfach davon abhängig macht, ob man es geben möchte. Wer bei strömendem Regen mit der Pizza vor der Tür steht, freut sich vermutlich genauso über ein paar Euro wie die Bedienung im Restaurant über eine aufgerundete Rechnung.

Gibt man in Holland im Hotel Trinkgeld?

Im Hotel ist Trinkgeld in den Niederlanden deutlich weniger ein Thema als im Restaurant. Es gibt keine feste Summe, die man dem Reinigungspersonal oder anderen Mitarbeitern unbedingt geben müsste. Wenn jemand besonders aufmerksam war oder mir bei etwas geholfen hat, kann ich natürlich trotzdem etwas geben. Es ist dann einfach eine persönliche Geste.

Ich würde mich als Urlauber deshalb nicht verrückt machen, wenn ich im Hotel kein Trinkgeld gebe. In den Niederlanden erwartet nicht plötzlich jemand einen bestimmten Betrag, nur weil ich dort übernachte.

Und wie ist es auf dem Markt?

Auf dem Wochenmarkt in Zutphen ist das noch einmal etwas anderes. Wenn ich meine Blumen, Obst oder Gemüse einkaufe, gebe ich nicht automatisch Trinkgeld. Ich bezahle den Preis, der am Stand steht. Wenn ich einen kleinen Betrag passend aufrunden kann, mache ich das manchmal, aber erwartet wird das meiner Erfahrung nach nicht.

Anders sieht es natürlich aus, wenn man sich irgendwo hinsetzt und bedient wird. Dann sind wir wieder bei der klassischen Situation im Restaurant oder Café. Auf dem Markt selbst gehört Trinkgeld für mich jedenfalls nicht zum normalen Einkauf.

Warum freuen sich die Mitarbeiter trotzdem über Trinkgeld?

Ich glaube, genau das ist der Punkt, der mir im Alltag in den Niederlanden am meisten auffällt. Trinkgeld ist hier nicht automatisch Teil des Preises, den man für eine Dienstleistung gedanklich einplant. Wer welches bekommt, bekommt also tatsächlich noch etwas extra. Und vielleicht erklärt das auch die Reaktionen, die ich bei meinen Pizzaboten erlebe. Wenn ich ihnen ein paar Euro in die Hand drücke, rechnen sie offenbar nicht unbedingt damit. Der überraschte Blick kommt dann ziemlich schnell, gefolgt von einem ehrlichen Dankeschön.

Auch rechtlich ist Trinkgeld in den Niederlanden als zusätzliches Einkommen relevant. Die niederländische Regierung führt Trinkgelder ausdrücklich als Einkommen aus Arbeit auf.

Für mich bleibt deshalb die einfachste Regel: Wenn ich mit dem Service zufrieden bin, gebe ich gerne etwas. Im Restaurant runde ich meistens auf oder gebe ein paar Prozent. Beim Lieferdienst gebe ich ein paar Euro, wenn ich mich darüber freue, dass jemand mir das Essen bis nach Hause bringt. Und wenn ich einmal nichts gebe, ist das in den Niederlanden auch kein Drama.

Häufige Fragen zum Trinkgeld in Holland

Ist Trinkgeld in Holland üblich?

Ja, Trinkgeld ist in den Niederlanden üblich, aber nicht verpflichtend. Viele Menschen runden die Rechnung auf oder geben bei gutem Service einen kleinen zusätzlichen Betrag.

Wie viel Trinkgeld gibt man in Holland?

Im Restaurant sind etwa fünf bis zehn Prozent eine gute Orientierung. Aufrunden ist ebenfalls sehr verbreitet. Einen festen Betrag, den man geben muss, gibt es nicht.

Gibt man in Holland Trinkgeld mit Karte?

Ja. Bei vielen Kartenzahlungen kann man direkt am Terminal Trinkgeld auswählen oder einen eigenen Betrag eingeben. Das ist freiwillig.

Gibt man in Holland Trinkgeld im Restaurant?

Ja, wenn man mit dem Service zufrieden war. Man kann die Rechnung aufrunden oder etwa fünf bis zehn Prozent Trinkgeld geben.

Gibt man in Holland dem Lieferdienst Trinkgeld?

Das ist nicht zwingend üblich, aber ein paar Euro werden natürlich gerne genommen. Besonders bei schlechtem Wetter oder wenn der Fahrer einen guten Service geleistet hat, kann Trinkgeld eine nette Geste sein.

Gibt man in Holland Trinkgeld im Hotel?

Im Hotel ist Trinkgeld weniger üblich als im Restaurant. Wer mit dem Service besonders zufrieden ist, kann natürlich trotzdem etwas geben.

Von Tini

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